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Der ultimative Leitfaden zum Au-pair-Taschengeld: Was Familien und Kandidaten wissen müssen

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Der ultimative Leitfaden zum Au-pair-Taschengeld: Was Familien und Kandidaten wissen müssen

Ein praxisnaher Leitfaden zum Au-pair-Taschengeld mit gesetzlichen Mindestbeträgen, versteckten Extras, Zahlungsstandards und Verhandlungstipps für Familien und Kandidaten.
Sarah Johnson

Sarah Johnson

Au Pair Program Expert

27 03 2026

11 min read

Der ultimative Leitfaden zum Au-pair-Taschengeld: Was Familien und Kandidaten wissen müssen

Über Geld zu sprechen ist oft der unangenehmste Teil des Au-pair-Interviewprozesses. Familien und Kandidaten suchen nicht nur Zahlen, sondern klare Orientierung: Was ist fair, was wird über das Minimum hinaus erwartet und wie bleibt man von Anfang an rechtlich auf der sicheren Seite?

Die goldene Regel: Au-pairs sind keine Arbeitnehmer im klassischen Sinn

Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie viel verdient ein Au-pair? Für eine korrekte Antwort braucht es zuerst den richtigen Rahmen. In den meisten Ländern ist Au-pair ein staatlich anerkannter kultureller Austausch und kein übliches Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis.

Während Nannys als Fachkräfte marktüblich bezahlt werden, ist ein Au-pair meist ein junger Erwachsener (oft zwischen 18 und 30), der in einem anderen Land Alltag erleben und Sprachkenntnisse verbessern möchte. Deshalb erhalten Au-pairs in der Regel Taschengeld plus freie Unterkunft und Verpflegung statt eines klassischen Gehalts.

Was das Taschengeld tatsächlich abdeckt

Taschengeld ist eine regelmäßige finanzielle Leistung der Gastfamilie für persönliche Ausgaben des Au-pairs. Da die Kernkosten des Lebens bereits abgedeckt sind, ist dieses Geld für Freizeit, soziale Aktivitäten, lokale Mobilität, Einkäufe und Ersparnisse gedacht.

Mindestens erwartet wird, dass Gastfamilien eine angemessene Unterkunft und tägliche Mahlzeiten bereitstellen. In vielen Programmen bedeutet das ein eigenes Zimmer im Haushalt und volle Verpflegung.

Die steuerliche Behandlung hängt vollständig vom lokalen Recht ab. In vielen europäischen Ländern wird Taschengeld anders behandelt als Lohn, während in Ländern wie den USA und Kanada weiterhin Erklärungspflichten bestehen können. Prüfen Sie immer die offiziellen Hinweise lokaler Behörden oder Programmträger.

Mindestbeträge nach Land: globaler Überblick

Jedes Zielland hat eigene Regeln. Manche Länder setzen verbindliche Mindestbeträge, andere veröffentlichen Richtwerte. Familien dürfen immer mehr anbieten, um starke Kandidaten zu gewinnen, aber wo es eine gesetzliche Untergrenze gibt, darf diese nicht unterschritten werden.

  • USA: Der wöchentliche Mindestbetrag liegt bei etwa 195,75 USD im Rahmen der Department-of-State-Regeln; Gastfamilien müssen zudem in der Regel bis zu 500 USD zu anerkannten Bildungsangeboten beitragen.

  • Australien: Au-pair-Modelle orientieren sich teils an Mindestlohnrahmen; nach zulässigen Abzügen für Unterkunft und Verpflegung liegt der Wochenbetrag häufig bei etwa 200 bis 350 AUD (je nach Wechselkurs rund 135 bis 170 USD).

  • Schweiz: Übliche monatliche Taschengeldspannen liegen bei etwa 550 bis 770 USD Gegenwert, mit deutlichen Unterschieden je nach Kanton und Stadt.

  • Kanada: Typische Monatsbeträge liegen häufig bei etwa 906 bis 1.174 USD Gegenwert, abhängig von Provinz und Vertragsdetails.

  • Deutschland: Das gesetzliche Minimum liegt bei rund 280 EUR pro Monat; häufig werden zusätzlich Krankenversicherung und Sprachlernkosten übernommen oder bezuschusst.

  • Frankreich: Der typische Mindestwert liegt bei rund 320 EUR pro Monat; zur Verantwortung der Gastfamilie gehört meist auch vorgeschriebener Versicherungsschutz.

  • China: Übliche Spannen liegen bei etwa 100 bis 288 USD Gegenwert pro Monat; private Versicherungsanforderungen können sich von vielen europäischen Programmen unterscheiden.

  • Vereinigtes Königreich: Übliche Wochenbeträge liegen bei etwa 85 bis 100 GBP, abhängig von Stundenumfang und Erwartungen im Haushalt.

  • Italien: Typische Monatsbeträge liegen oft bei etwa 250 bis 300 EUR.

  • Niederlande: Typische Monatsbeträge liegen häufig bei etwa 300 bis 340 EUR.

  • Spanien: Ein üblicher Richtwert liegt bei etwa 70 EUR pro Woche, abhängig von lokaler Auslegung und vereinbarten Stunden.

Mehr als Geld: versteckte Kosten und wertvolle Extras

Familien, die bessere Matches suchen, schauen über das gesetzliche Minimum hinaus. Die besten Gastgeberprofile machen praktische Unterstützung früh transparent und behandeln diese Punkte als Teil des Gesamtpakets.

  • Mobilfunk: Lokale SIM-Karte oder Zuschuss zum Handyvertrag.

  • Transport: ÖPNV-Ticket oder fairer privater Zugang zum Familienauto, sofern versichert und geeignet.

  • Reise: Teilweise oder vollständige Beteiligung an Rückflugkosten nach erfolgreichem Aufenthalt.

  • Lernen: Zusätzlicher Sprachkurszuschuss über das gesetzliche Minimum hinaus, wenn dies die Integration verbessert.

Wie und wann das Au-pair bezahlt werden sollte

Unklare Zahlungen gehören zu den häufigsten Gründen für Konflikte im Aufenthalt. Die beste Prävention ist eine klare schriftliche Vereinbarung vor der Anreise mit Betrag, Rhythmus, Fälligkeit und Umgang mit Planänderungen.

  • Rhythmus: In Ländern wie USA, UK und Australien ist wöchentliche Zahlung üblich. In Deutschland, Frankreich, Italien und vielen anderen europäischen Ländern ist monatliche Zahlung Standard.

  • Methode: Banküberweisung ist Bargeld klar vorzuziehen, weil sie für beide Seiten einen verlässlichen Zahlungsnachweis schafft.

  • Dokumentation: Führen Sie eine einfache schriftliche Übersicht zu Taschengeld, Kursbeiträgen und vereinbarten Extras, um Missverständnisse zu vermeiden.

Vor der Entscheidung weiter informieren

Taschengeld ist nur ein Teil einer erfolgreichen Vermittlung. Prüfen Sie die folgenden rechtlichen und praktischen Themen, bevor Sie die Vereinbarung finalisieren.

Kann der Betrag verhandelt werden?

Ja. Das gesetzliche Minimum ist die Untergrenze, nicht die Obergrenze. Höhere Angebote sind üblich, wenn zusätzlicher Mehrwert erwartet wird, etwa sicheres Fahren, starke Erfahrung mit Kleinkindern, Abendflexibilität oder Nachhilfe.

Die besten Ergebnisse entstehen durch transparente Gespräche im Interview. Wenn beide Seiten Aufgaben, Stunden und Vergütung von Anfang an klar benennen, wächst Vertrauen schneller und Reibung im Alltag nimmt deutlich ab.

Fazit

Taschengeld ist mehr als eine Zahl. Es steht für Fairness, Rechtskonformität und die Qualität der Beziehung zwischen Familie und Kandidat. Klare Erwartungen und schriftliche Absprachen schaffen die Grundlage für ein stabiles, respektvolles und erfolgreiches gemeinsames Jahr.

Bereit für den nächsten Schritt?

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